{"id":13726,"date":"2003-03-29T15:53:02","date_gmt":"2003-03-29T15:53:02","guid":{"rendered":"http:\/\/875jahrekirchgoens.de\/?p=13726"},"modified":"2023-11-30T19:25:46","modified_gmt":"2023-11-30T19:25:46","slug":"verkauf-der-ayers-kaserne-an-bork-nahm-letzte-parlamentarische-huerde","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/875jahrekirchgoens.de\/?p=13726","title":{"rendered":"Verkauf der Ayers-Kaserne an Bork nahm letzte parlamentarische H\u00fcrde"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Mandatstr\u00e4ger von Langg\u00f6ns und Butzbach verzichten in gemeinsamer Sitzung auf Vorkaufsrecht<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Der Verkauf der ehemaligen Ayers-Kaserne in Kirch-G\u00f6ns durch die Bundesverm\u00f6gensverwaltung an den Niederkleener Unternehmer Wolfgang Bork hat die letzte parlamentarische H\u00fcrde genommen. Butzbachs Stadtparlament und die Gemeindevertretung Langg\u00f6ns stimmten in einer gemeinsamen Sitzung am Donnerstagabend dem Verzicht auf das Vorkaufsrecht der beiden Kommunen mit \u00fcberw\u00e4ltigender Mehrheit zu. Zuvor hatten die zust\u00e4ndigen Fachaussch\u00fcsse ebenso deutlich den Verzicht auf das Vorkaufsrecht empfohlen.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit ist f\u00fcr die Firma Bork Projektentwicklung der Weg frei, dass 104 Hektar gro\u00dfe Gel\u00e4nde, das 1,65 Millionen Euro gekostet hat, zu entwickeln. Au\u00dferdem beschlossen die Kommunen, einen gemeinsamen Planungsverband zu gr\u00fcnden, um ihre Interessen gegen\u00fcber Bork besser vertreten zu k\u00f6nnen und den gemeinsamen Abschluss von st\u00e4dtebaulichen Vertr\u00e4gen mit der Firma Bork und weiteren Firmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu Beginn der Beratungen, nach einem kurzen stillen Gedenken f\u00fcr die Opfer des Irakkrieges, hatte Bork seine, wie er es nannte, Visionen den Parlamentariern per Power-Point-Pr\u00e4sentation vorgestellt und sich optimistisch \u00fcber die weitere Entwicklung gezeigt. Er f\u00fchre zurzeit intensive Gespr\u00e4che mit einem \u201ebedeutenden Produktionsunternehmen\u201c, das, wenn es sich ansiedele, etwa 480 Arbeitspl\u00e4tze f\u00fcr die Region bringe. Udo Piske, federf\u00fchrender Projektentwickler bei Bork, hob hervor, man habe auf der Grundlager der beiden Kommunen, vor allem des Rahmenplans Visionen erarbeitet. Unter dem Arbeitstitel Logserve sollen laut Piske Gewerbetriebe, Produktions- und B\u00fcrogeb\u00e4ude, sowie Logistikunternehmen entstehen. Untermalt von Sp\u00e4hrenkl\u00e4ngen zogen vor den Parlamentariern in der Mehrzweckhalle Pohl-G\u00f6ns Animationsbilder von G\u00fcterterminals, Stra\u00dfen, Geb\u00e4udekomplexen und park\u00e4hnlichen Gr\u00fcnanlagen vor\u00fcber, die zwar die sch\u00f6ne neue Bork-Welt pr\u00e4sentierten, aber im Grunde genommen nichts Konkretes aussagte.<\/p>\n\n\n\n<p>Piske kam, nachdem die letzten T\u00f6ne verklungen waren, was die Kosten betrifft, knallhart zur Sache. Auf Bork k\u00e4men noch enorme Kosten zu. 1,65 Millionen Euro habe das Gel\u00e4nde gekostet. Mit Grunderwerbsteuer, Notar- und sonstigen Nebenkosten sei man bei 1,72 Millionen Euro angelangt. 480.000 Euro zahle man f\u00fcr die \u00dcbernahmeverpflichtung der Gemeinde Langg\u00f6ns gegen\u00fcber dem Bund. Wenn man mehr Fl\u00e4che bebaue als im st\u00e4dtebaulichen Vertrag vorgesehen, kommen laut Piske nochmals 997.000 Euro hinzu. Bis man das erste Geb\u00e4ude errichten k\u00f6nne, seien insgesamt etwa 30 Millionen Euro erforderlich. Man werde noch im April einen Wirtschaftsbeirat gr\u00fcnden, bestehend aus Vertretern der Kommunen, der Industrie- und Handelskammern, der Genehmigungsbeh\u00f6rden, der Banken und Vertretern der Bork Projektentwicklung.<\/p>\n\n\n\n<p>Es liefen bereits Gespr\u00e4che mit Interessenten und ein Altlastenbeseitigungskonzept werde vorgelegt. Am 16. Mai werde man auf dem Gel\u00e4nde einen Pr\u00e4sentations-Event f\u00fcr die interessierte \u00d6ffentlichkeit und potenzielle Investoren veranstalten. Der Langg\u00f6nser B\u00fcrgermeister Horst R\u00f6hrig hob hervor, seit 1997 gebe es in der Ayers-Kaserne keine amerikanischen Soldaten mehr. Seit dieser Zeit habe es intensive Gespr\u00e4che gegeben, viele Interessenten seien gekommen und gegangen. Seit 1998 sei die Firma Bork am Ball. \u201eIch w\u00fcrde mich freuen, wenn wir mit breiter Mehrheit den Weg freimachen f\u00fcr eine Entwicklung, die weit \u00fcber Butzbach und Langg\u00f6ns von Bedeutung ist\u201c, rief R\u00f6hrig den Parlamentariern zu. Es sei die Aufgabe der Kommunen, dass sie f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung f\u00fcr Arbeitspl\u00e4tze und St\u00e4rkung der Wirtschaftskraft sorgten und nat\u00fcrlich die Situation der kommunalen Kassen im Auge behielten. Diese 30 Millionen Erschlie\u00dfungskosten seien ein harter Brocken. Wenn man in schwieriger Zeit ein Unternehmen habe, dass dieses Risiko eingehe, dann m\u00fcsse dies nicht die \u00f6ffentliche Hand tun, sagte R\u00f6hrig.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eHeute stehen Sie vor einer weiteren wichtigen Entscheidung\u201c, sagte Butzbachs B\u00fcrgermeister Oswin Veith. Wenn die Mandatstr\u00e4ger zustimmten, w\u00fcrden sie die Fl\u00e4che freigeben zur sinnvollen Nutzung f\u00fcr die Region Mittelhessen und weiter \u00fcber die Region hinaus. Es sein nicht die Aufgabe der Stadt Butzbach, als Immobilienmakler aufzutreten. Deshalb sei es gut, dass man einen privaten Partner gefunden habe. Die ben\u00f6tigten Summen von 30 Millionen Euro f\u00fcr die Baufreimachung des Gel\u00e4ndes k\u00f6nne Butzbach nicht aufbringen. Die Fl\u00e4che sei nicht nur eine Liegenschaft in Langg\u00f6ns und Butzbach. Sie k\u00f6nne zum Mittelpunkt des Landes Hessen werden. Die PBI habe die Ayers-Kaserne immer als Schatz der Stadt Butzbach bezeichnet.<\/p>\n\n\n\n<p>Man begr\u00fc\u00dfe nat\u00fcrlich diese Entwicklung, doch man h\u00e4tte es gern gesehen, wenn das Gel\u00e4nde einer breitgef\u00e4cherten Industrieansiedlung mit einer vielf\u00e4ltigen Nutzungsstruktur durch prim\u00e4r mittelst\u00e4ndische Unternehmen zugef\u00fcgt worden w\u00e4re. F\u00fcr die Butzbacher SPD begr\u00fc\u00dfte Fraktionschef Dr. Matthias G\u00f6rlach die private Entwicklung des Gel\u00e4ndes. Die gegenw\u00e4rtige Haushaltslage der Stadt Butzbach lasse auch nichts anderes zu. Durch die Aufhebung des Vorverkaufsrechts sei es dennoch f\u00fcr die Kommunen m\u00f6glich, einzelne Fl\u00e4chen zu erwerben. Man begr\u00fc\u00dfe ausdr\u00fccklich, dass ein privater Entwickler mit im Boot sei. Nat\u00fcrlich seien bei alldem die Gemeindeinteressen zu ber\u00fccksichtigen. Dies k\u00f6nne zum Beispiel \u00fcber den Planungsverband geschehen.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Stadt Butzbach habe man nat\u00fcrlich Interesse daran, dass die EVB das Gel\u00e4nde mit Energie versorgen k\u00f6nne. Der Fraktionschef der Butzbacher Gr\u00fcnen, R\u00fcdiger Maas, erkl\u00e4rte, man habe jetzt die Lobeshymnen auf Bork geh\u00f6rt. Aber man wisse nicht, was die Zukunft bringe. Er w\u00fcnsche Bork viel Gl\u00fcck, doch bisher seien die erhofften Firmenansiedlungen Vision. So schnell k\u00e4men die neuen Unternehmen nun auch wieder nicht, so dass die Kommunen nicht so schnell Steuereinnahmen bek\u00e4men.<\/p>\n\n\n\n<p>Marianne Wander von der Langg\u00f6nser SPD begr\u00fc\u00dfte \u201edie heute Beschlusslage\u201c. Sie baue auf eine \u00fcberw\u00e4ltigende Mehrheit bei dieser Entscheidung. Es sei zu begr\u00fc\u00dfen, dass ein einheimisches Unternehmen den Mut finde, diese riesige Fl\u00e4che zu entwickeln. Die Kommunen h\u00e4tten gewisse Einflussm\u00f6glichkeiten, sagte Wander. Durch den Planungsverband und den st\u00e4dtebaulichen Vertrag habe man einiges mitzureden. Wichtig sei jetzt, dass die planerischen Rahmenbedingungen so schnell wir m\u00f6glich geschaffen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht ganz enthusiastisch zeigte Renate Garth von den Langg\u00f6nser Gr\u00fcnen. Es sei zwar gut, dass die Entwicklung des Gel\u00e4ndes nun eingeleitet werde, doch der Verzicht auf das Vorkaufsrecht bereite ihr Bauchschmerzen. Es werde zwar immer auf einen st\u00e4dtebaulichen Vertrag hingewiesen, doch der liege noch nicht vor. Sie habe das Gef\u00fchl, man kaufe die Katze im Sack, sagte Frau Garth.<\/p>\n\n\n\n<p>Ingo Knorz von der Langg\u00f6nser CDU erkl\u00e4rte, es sei zu begr\u00fc\u00dfen, dass es endlich weitergehe. \u201eWir sind \u00fcberzeugt, dass wir mit der Projektentwicklung Bork einen kompetenten Partner gefunden haben\u201c. Es gehe nicht nur darum Fl\u00e4chen, sondern Konzepte anzubieten. Mit diesen Konzepten k\u00f6nne Bork Unternehmen ansiedeln, die nicht nur regional, sondern bundesweit von Bedeutung seien.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"425\" height=\"277\" src=\"http:\/\/875jahrekirchgoens.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Kaserne-Bild1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-13729\" srcset=\"http:\/\/875jahrekirchgoens.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Kaserne-Bild1.jpg 425w, http:\/\/875jahrekirchgoens.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Kaserne-Bild1-300x196.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 425px) 100vw, 425px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Am Podium auch die beiden B\u00fcrgermeister (v. r.) Horst R\u00f6hrig (Langg\u00f6ns) und Oswin Veith (Butzbach). <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"441\" height=\"288\" src=\"http:\/\/875jahrekirchgoens.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Kaserne-Bild2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-13727\" srcset=\"http:\/\/875jahrekirchgoens.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Kaserne-Bild2.jpg 441w, http:\/\/875jahrekirchgoens.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Kaserne-Bild2-300x196.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 441px) 100vw, 441px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Dieser Plan wurde von dem neuen Eigent\u00fcmer des Kasernen-Areals, Bork aus Niederkleen, \u00fcber die k\u00fcnftige Gestaltung vorgestellt. <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"419\" height=\"297\" src=\"http:\/\/875jahrekirchgoens.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Kaserne-Bild3.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-13728\" srcset=\"http:\/\/875jahrekirchgoens.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Kaserne-Bild3.jpg 419w, http:\/\/875jahrekirchgoens.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Kaserne-Bild3-300x213.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 419px) 100vw, 419px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Gering war das Interesse der Bev\u00f6lkerung aus Butzbach und Langg\u00f6ns an der gemeinsamen Sitzung zum Fragenkomplex Ayers-Kaserne. \n\n<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Gerhard Wittmeyer von den Langg\u00f6nser Gr\u00fcnen sagte, er werde etwas Wasser in den Wein gie\u00dfen m\u00fcssen, weil er anderer Meinung sei als die meisten Vorredner. Er besch\u00e4ftige sich seit 1997 mit der Ayers-Kaserne und sei der Meinung, dass sie besser in kommunaler Hand geblieben werden. Viele Parlamentarier seien zun\u00e4chst seiner Meinung gewesen, doch heute fielen sie um.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mandatstr\u00e4ger von Langg\u00f6ns und Butzbach verzichten in gemeinsamer Sitzung auf Vorkaufsrecht Der Verkauf der ehemaligen Ayers-Kaserne in Kirch-G\u00f6ns durch die Bundesverm\u00f6gensverwaltung an den Niederkleener Unternehmer Wolfgang Bork hat die letzte parlamentarische H\u00fcrde genommen. 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