{"id":13961,"date":"2014-05-16T14:12:36","date_gmt":"2014-05-16T14:12:36","guid":{"rendered":"http:\/\/875jahrekirchgoens.de\/?p=13961"},"modified":"2023-12-10T14:14:26","modified_gmt":"2023-12-10T14:14:26","slug":"1045-wurde-0rt-mit-kirche-erwaehnt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/875jahrekirchgoens.de\/?p=13961","title":{"rendered":"1045 wurde \u201e0rt mit Kirche\u201c erw\u00e4hnt"},"content":{"rendered":"\n<p>Gut besucht \u2013 von Butzbachern und Kirch-G\u00f6nsern \u2013 war am Mittwochnachmittag der von Museumsleiter Dr. Dieter Wolf gehaltene, mit Lichtbildern reich illustrierte Vortrag \u201eKirch-G\u00f6nser Geschichte im \u00dcberblick\u201c. Der Vortrag \u201eunterf\u00fctterte\u201c die am Abend zuvor er\u00f6ffnete, vom Geschichtsverein Butzbach initiierte und erarbeitete reichhaltige Sonderausstellung des Museums \u201eKirch-G\u00f6ns im Wandel der Zeit\u201c weiter mit vielf\u00e4ltigem historischem Material. Wolf schilderte einzelne wichtige Stationen in der wechselvollen Geschichte des H\u00fcttenberg-Dorfers.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach kurzem Abriss der Vor- und Fr\u00fchgeschichte ging Wolf ausf\u00fchrlicher auf die 777 erstmals erw\u00e4hnte G\u00f6nser Mark ein, zu der \u00fcber Jahrhunderte alle G\u00f6ns-Orte, urspr\u00fcnglich wohl auch Langg\u00f6ns, aber auch Dornholzhausen, geh\u00f6rt hatten. Er zeigte die meist in Kopien erhaltenen Urkunden aus dem Lorscher Kodex und der 1015\/1017 fassbaren \u00dcbertragung von G\u00fctern in Gundissa von Kaiser Heinrich II. und seine Frau Kunigunde zur Gr\u00fcndung des Bistums Bamberg, die sp\u00e4ter an das Bamberger Kloster auf dem Michaelsberg \u00fcbergingen und mit anderen Wetterau-G\u00fctern, unter anderem auch in Hausen (Lantfrideshusen), \u201eRovda (vielleicht Bodenrod?) und Villenberg (einem ausgegangenen Ort bei Bodenrod), \u00fcber Jahrhunderte vom Kloster Michaelsberg oder ihrer V\u00f6gten verwaltet wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wolf stellte weiter die urkundliche Ersterw\u00e4hnung von Kirch-G\u00f6ns, einer p\u00e4pstlichen Besitzbest\u00e4tigung f\u00fcr das Kloster Schiffenberg aus der Zeit um 1045\/1053 vor, die \u201eKirchunnesse\u201c nennt den \u201eG\u00f6ns-Ort mit der Kirche\u201c und \u00fcber Jahrhunderte offenbar kirchlichen Mittelpunkt der G\u00f6nser Mark.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiter wurde auf die komplizierte Ortsgrundriss-Entwicklung des alten Dorfes eingegangen. Vielleicht wurden im innersten Kern des alten recht wohlhabenden Bauerndorfes stehende H\u00e4user und Hofreiten nach dem Gro\u00dfbrand vom 12. November 1626, der fast die H\u00e4lfte des Dorfes in Schutt und Asche legte, nicht mehr an der gleichen Stelle wiederaufgebaut, sondern etwa in der Pfeifergasse oder der Taubgasse und entlang der urspr\u00fcnglich den Ort nur am Ostrand streifenden Hauptstra\u00dfe.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein anderer verheerender Dorfbrand entstand am 15. Juli 1815 und zerst\u00f6rte vollst\u00e4ndig 51 H\u00e4user, Scheunen und Stallungen und teilweise weitere 18 Geb\u00e4ude, der die Betroffenen oftmals verzweifeln lie\u00df, da sie am Rande des Existenzminimums standen. 1815 wurden allerdings schon Entsch\u00e4digungen gezahlt, da mittlerweile eine Brandversicherung existierte.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Referent gab erg\u00e4nzend zur Ausstellung viele weitere mit historischen Bildern reichhaltig unterlegte Hinweise auf die historische Landschaft H\u00fcttenberg, die landschaftlichen Eigenarten (H\u00fcttenberger Hohe Tore, Tracht), auf die Ortstopografie mit der im Kern romanischen Kirche, dem Kirchhof, Backhaus und den vielen H\u00f6fen im Dorf, die etwa durch die Fotografien des ersten hessischen Denkmalpflegers Dr. Heinrich Walbe besonders fr\u00fch (meist 1904 bis 1906 entstanden) belegt sind. Mit Ansichtskarten wurde die weitere Entwicklung in der Neuzeit angedeutet und die gro\u00dfen Stationen im 19. und 20. Jahrhundert angetippt.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf Wunsch der Zuh\u00f6rer wurde dann auch noch eine Fotoserie zum b\u00e4uerlichen Alltagsleben im Dorf gezeigt. Das interessierte Publikum dankte dem Referenten mit starkem Applaus und anschlie\u00dfender ausgiebiger Ausstellungsbesichtigung. Die historische Ausstellung ist noch bis zum 9. Juni zu sehen. Am Sonntag, 18. Mai, zum Internationalen Museumstag ist das Museum von 10.00 bist 17.00 Uhr bei freiem Eintritt ge\u00f6ffnet.<\/p>\n\n\n\n<p>Quelle und Bild: Butzbacher Zeitung vom 16. Mai 2014<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"453\" height=\"303\" src=\"http:\/\/875jahrekirchgoens.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Ort-mit-Kirche-Bild1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-13962\" srcset=\"http:\/\/875jahrekirchgoens.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Ort-mit-Kirche-Bild1.jpg 453w, http:\/\/875jahrekirchgoens.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Ort-mit-Kirche-Bild1-300x201.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 453px) 100vw, 453px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ein Blick auf die Ayers-Kaserne in Kirch-G\u00f6ns in den sp\u00e4ten 50er Jahren. Museumsleiter Dr. Dieter Wolf zeigte zahlreiche Bilder aus der Geschichte des Dorfes. <\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gut besucht \u2013 von Butzbachern und Kirch-G\u00f6nsern \u2013 war am Mittwochnachmittag der von Museumsleiter Dr. Dieter Wolf gehaltene, mit Lichtbildern reich illustrierte Vortrag \u201eKirch-G\u00f6nser Geschichte im \u00dcberblick\u201c. 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