{"id":15234,"date":"2019-03-30T19:22:00","date_gmt":"2019-03-30T19:22:00","guid":{"rendered":"http:\/\/875jahrekirchgoens.de\/?p=15234"},"modified":"2024-03-25T19:23:40","modified_gmt":"2024-03-25T19:23:40","slug":"erneut-grosses-interesse-an-magna-park-fuehrung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/875jahrekirchgoens.de\/?p=15234","title":{"rendered":"Erneut gro\u00dfes Interesse an Magna-Park-F\u00fchrung"},"content":{"rendered":"\n<p>Um mehr \u00fcber die Geschichte des Flugplatzes, der Bunkeranlage und der Ayers-Kaserne im heutigen Magna-Park zu erfahren, trafen sich wieder \u00fcber 120 Interessierte zwischen Kirch-G\u00f6ns und Langg\u00f6ns. Der Hobbyhistoriker Werner Reusch hat \u00fcber mehrere Jahre hinweg \u00fcber die Geschichte des Gel\u00e4ndes recherchiert. Er sprach mit Zeitzeugen der vergangenen 81 Jahre und sammelte unz\u00e4hlige Bilder und Anekdoten. Eine kurze Zeitreise \u00fcber das heutige Gel\u00e4nde der Spedition Bork, so beschreibt Reusch seine F\u00fchrung. Au\u00dfer ein paar Bunkermauern ist nichts mehr von der Geschichte zu sehen. Die genauen Beschreibungen des 63-J\u00e4hrigen machen die F\u00fchrung jedoch anschaulich. F\u00fcnf B\u00fccher hat er bereits zum Thema verfasst. \u00bbDas neuste Buch wird im November erscheinen. \u00bbDaf\u00fcr habe ich 500 000 Zeitungsseiten gesichtet. Ich konnte es auf 640 Seiten reduzieren\u00ab, scherzt Reusch. F\u00fcr seine B\u00fccher habe er mit 50 Zeitzeugen geredet und \u00fcber 900 Bilder gesammelt. 1936 wurde das Gel\u00e4nde des heutigen Magna-Parks gerodet. Als einziges sei die \u00bb1000-J\u00e4hrige Eiche\u00ab stehengeblieben: \u00bbDie Eiche war ein Treffpunkt f\u00fcr die Kirch-G\u00f6nser. Sie war innen hohl, 14 Kinder hatten darin Platz\u00ab, sagt Reusch. Der Baum habe auch die Bombardierung am 24. Dezember 1944 \u00fcberstanden: \u00bb1000 Bomben fielen damals an Heiligabend. \u00ab In Reuschs Buch findet man Bilder vor und nach dem Angriff. Zum Zeitpunkt der Bombardierung sei Hitler in Langenhain gewesen: \u00bbWenn die das gewusst h\u00e4tten, dann h\u00e4tten sie nicht Kirch-G\u00f6ns bombardiert.\u00ab Auch mit \u00dcberlebenden des Bombardements habe Reusch gesprochen. Eine Mutter sei mit ihrer kleinen Tochter nochmal mit Gl\u00fcck davongekommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Zaun entlang l\u00e4uft die Gruppe zum ehemaligen Flugplatz. Der Stacheldraht ist ein \u00dcberbleibsel der Zeit, in der bis zu 7000 Amerikaner auf dem Gebiet stationiert waren. Der Kirch-G\u00f6nser Flugplatz sei \u00fcberwiegend f\u00fcr Aufkl\u00e4rungsfl\u00fcge nach Frankreich genutzt wurden. \u00bbAuf dem Gel\u00e4nde befand sich ein Gutshof, der auch bewirtschaftet wurde. Er diente als Tarnung. Die 17 Staffelflugzeuge waren im Fichtenwald versteckt\u00ab, berichtet Reusch. Nach dem Krieg seien die alten Flugzeuge von den Anwohnern ausgeschlachtet wurden. An den Flugplatz oder eine Landebahn erinnert heute nichts mehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Die letzte Station der F\u00fchrung befindet sich im Wald. Dort waren die Lebensmittelbunker der Soldaten. \u00dcber Stock und Stein und teilweise im G\u00e4nsemarsch gelangt die Gruppe dort hin. \u00bbBevor die Amerikaner kamen, bekam ein junger Soldat die Aufgabe, die Bunker zu sprengen\u00ab, sagt Reusch. Darin haben sich aber noch 50 Tonnen Lebensmittel und Rotwein befunden. Der Soldat beschloss, die Vorr\u00e4te an die Anwohner zu verteilen: \u00bbLasst eure Handwagen daheim und holt die Kuhgespanne\u00ab, sollen sich die Menschen zugerufen haben. Die Nachricht verbreitete sich schnell. Nachdem alles leer war, sprengte der Soldat die Bunker und die Fahrstra\u00dfe. \u00bbIn Niederkleen gibt es viele H\u00e4user, die mit Stahltr\u00e4gern von den Bunkern wiederaufgebaut wurden. Die halten dann\u00ab, scherzt Reusch. Einige Besucher der F\u00fchrung spielten in ihrer Kindheit in dem Wald. Sie fanden alte Munition und Baumaterialien. Manche haben den einen oder andern Fakt oder eine Anekdote hinzuzuf\u00fcgen. Die Gruppe ist gut gemischt, jede Generation ist vertreten. Reusch freut sich besonders dar\u00fcber.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbAls die Kaserne abgerissen wurde, wusste ich, wenn ich jetzt nicht anfange, die Geschichte zusammenzutragen, wird alles vergessen\u00ab, sagt er. Der Ebersg\u00f6nser ist Pflegedienstleiter und besch\u00e4ftigt sich in seiner Freizeit mit der Geschichte des Flugplatzes und der Kaserne: \u00bbIch k\u00f6nnte eine eigene F\u00fchrung zum Thema \u203aTaxifahrer, Fr\u00e4uleins, Ayers-Kaserne\u00bb anbieten\u00ab, sagt Reusch. Beim Sammeln des Materials k\u00e4me er immer vom \u00bb\u00c4stchen aufs St\u00f6ckchen.\u00ab Zweimal fand die F\u00fchrung statt, beide Male sind \u00fcber 100 G\u00e4ste gekommen. Reusch wird den Rundgang eventuell weiterhin anbieten.<\/p>\n\n\n\n<p>Quelle: Wetterauer Zeitung vom 30. M\u00e4rz 2019<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um mehr \u00fcber die Geschichte des Flugplatzes, der Bunkeranlage und der Ayers-Kaserne im heutigen Magna-Park zu erfahren, trafen sich wieder \u00fcber 120 Interessierte zwischen Kirch-G\u00f6ns und Langg\u00f6ns. Der Hobbyhistoriker Werner Reusch hat \u00fcber mehrere Jahre hinweg \u00fcber die Geschichte des Gel\u00e4ndes recherchiert. 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