{"id":16458,"date":"2025-04-12T14:51:50","date_gmt":"2025-04-12T14:51:50","guid":{"rendered":"http:\/\/875jahrekirchgoens.de\/?p=16458"},"modified":"2025-04-16T14:53:14","modified_gmt":"2025-04-16T14:53:14","slug":"kita-im-corona-ausnahmezustand","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/875jahrekirchgoens.de\/?p=16458","title":{"rendered":"Kita im Corona-Ausnahmezustand"},"content":{"rendered":"\n<p>Corona hat auch das Leben der J\u00fcngsten auf den Kopf gestellt. Im Kindergarten Kirch-G\u00f6ns hatten die Erzieher viel Erkl\u00e4r-Arbeit zu leisten, \u00c4ngste zu nehmen. Isolation und Langeweile sollten vorgebeugt werden. Die Pandemie scheint aber nicht spurlos an den Kindergarten-Kindern vorbeigegangen zu sein. Als sich die T\u00fcr \u00f6ffnet, rennen dicht gedr\u00e4ngt Dutzende Kinder umher. Die kreischen fr\u00f6hlich und ziehen sich die Schuhe an. Dann geht es an diesem letzten Tag vor den diesj\u00e4hrigen Osterferien noch mal raus. Zum gemeinsamen Spielen und Toben bei blauem Himmel und Sonnenschein im Garten des Kindergartens im Butzbacher Stadtteil Kirch-G\u00f6ns. Im Wind flattert an einem Spielger\u00e4t ein rot-wei\u00dfes Absperrband. Damit verhindern die Kinder und Erzieher keine guten Erinnerungen. W\u00e4hrend der Corona-Pandemie musste die Au\u00dfenfl\u00e4che des Kindergartens in zwei H\u00e4lften getrennt werden, berichtet die stellvertretende Leiterin, Melanie Hankel, \u201eFreunde habe sich \u00fcber das Flatterband zugewunken. Zusammenspielen durften sie nicht\u201c. Auch der Spielplatz vor der Kita war eine Zeit lang gesperrt, erinnert sich Leiterin Silke Bolz-Lowak. Die Stadt ist Tr\u00e4ger der Kita, die eine Ganztagesbetreuung von 7 bis 15 Uhr f\u00fcr Kinder im Alter von ein bis sechs Jahren anbietet. Zurzeit hat sie zwei Kindergarten-Gruppen a 25 Kinder. Die eine mit Kindern im Alter von drei bis viereinhalb Jahren, die andere mit den Jahrg\u00e4ngen, die in diesem und im kommenden Jahr in die Schule kommen. Ferner gibt es eine Krippengruppe. Ihr geh\u00f6ren zw\u00f6lf Kinder im Alten von ein bis drei Jahren an. Zehn Erzieher k\u00fcmmern sich um alle Kinder. \u201eUnser Einzugsgebiet ist haupts\u00e4chlich Kirch- und Pohl-G\u00f6ns\u201c. Dazu kommt noch ein Teil aus Ebersg\u00f6ns und einzelne Kinder aus Butzbach\u201c, sagt Bolz-Lowak. Eltern, Erzieher und Kinder haben eine herausfordernde Zeit erlebt: die Corona-Pandemie. Als im M\u00e4rz 2010 der Lockdown verh\u00e4ngt wurde, musste auch der Kindergarten zwei Wochen komplett schlie\u00dfen. Ehe Kinder von Eltern aus systemrelevanten Berufen kommen durften. Anfangs betraf das in der Kita Kirch-G\u00f6ns 15, sagte Hankel. \u201eDas \u00e4nderte sich aber jede Woche. Es kam immer wieder eine gesellschaftsrelevante Berufsgruppe dazu\u201c. Die Kita bekam die Listen vom Land \u00fcber die Stadt. Ehe wieder alle Kinder uneingeschr\u00e4nkt in den Kindergarten kommen durften, verging einige Zeit. \u201eUns war wichtig, dass wir zu den Familien und zu den Kindern den Kontakt halten\u201c, so sagt Bolz-Lowak. \u201eDas hat gut funktioniert\u201c. Auch dank Lotti, sagte sie. Lotti ist eine gro\u00dfe Handpuppe. Sie war regelm\u00e4\u00dfig Hauptdarstellerin in Videos oder Verfasserin von Briefen an die Kinder zu Hause. Mal las sie aus B\u00fcchern vor, mal stellte sie Bastelpakete und Blumensamen vor die Haust\u00fcren. \u201eJedes Kind hat w\u00e4hren der Corona-Pandemie seine Blume zu Hause gepflanzt und die dann mitgebracht\u201c, sagt Hankel. Zudem sind Steine mit Gr\u00fc\u00dfen und W\u00fcnschen bemalt worden. Eine Stein-Reihe zierte den Eingang der Kita. F\u00fcr die Vorschulkinder war auch Unterricht angesagt. Ein Teil sa\u00df in der Kita, der andere Teil war digital von zu Hause zugeschaltet. Im Kindergarten stand f\u00fcr die Erzieher Erkl\u00e4r-Arbeit an. \u201eWir haben viel mit den Kindern geredet\u201c, sagt Bolz-Lowak. Eine Coronavirus-Handpuppe habe bei der kindergerechten Kommunikation geholfen. \u201eDie Kinder haben ganz viele \u00c4ngste und Fragen von zu Hause mitgebracht\u201c. Credo der Erzieher sei gewesen: \u201eNur so viel erkl\u00e4rren, wie die Kinder wissen m\u00f6chten und was sie brauchen, um es verstehen zu k\u00f6nnen\u201c. In gewisser Hinsicht seien die Kinder mit der Situation \u201eunheimlich gewachsen\u201c, sagt Bolz-Lowak. Wenn es etwa um Selbstverst\u00e4ndigkeit geht. Die Eltern durften nicht mehr mit in die Kita. Das hei\u00dft: Schon die J\u00fcngsten verabschieden sich, zogen sich um und gingen zum H\u00e4ndewaschen. Auch beim Testen zu Hause h\u00e4tten sie mitgezogen. Hankel sagt: \u201eW\u00e4hrend der Pandemie hatten wir nicht so viele Krankheiten, weil die Eltern sensibler mit Symptomen umgegangen sind\u201c. Dennoch sei es zu skurrilen Situationen gekommen. \u201eMorgens sind Kinder in getrennten Gruppen gewesen und mittags haben sie sich privat auf dem Spielplatz getroffen\u201c. Ob durch die Corona-Pandemie etwas in der Entwicklung der Kinder verloren gegangen ist? \u201eAbsolut! Das haben wir gemerkt\u201c, sagt sie. Die vor Ansteckungen sch\u00fctzenden Masken h\u00e4tten sich vor allem bei den J\u00fcngsten als Problem im Bereich der Kommunikation und der Sprache erwiesen. \u201eDie unter Dreij\u00e4hrigen lesen im Normalfall viel von der Mimik des Gegen\u00fcbers ab. Mit den Masken war das f\u00fcr sie schwer einzuordnen. \u201eSprachlich ist ganz viel verloren gegangen. Die soziale Entwicklung hat darunter sehr, sehr gelitten. Vielen Kinder hatten Probleme, sich wieder in der Gruppe zurechtzufinden\u201c. Die Erzieherinnen sind sich einig: Corona in der Kita \u2013 das hat Spuren hinterlassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Quelle und Bild: Butzbacher Zeitung vom 12. April 2025<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"760\" height=\"453\" src=\"http:\/\/875jahrekirchgoens.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Kita-corona.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-16459\" srcset=\"http:\/\/875jahrekirchgoens.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Kita-corona.jpg 760w, http:\/\/875jahrekirchgoens.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Kita-corona-300x179.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 760px) 100vw, 760px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Kindergarten-Leiterin Silke Bolz-Lowak und ihre Stellvertreterin Melanie Hankel (r.) sagen, dass ihre Kita die Pandemie gut gemeistert hat. Dabei sei dem Team die Bereitschaft der Eltern zugutegekommen, sich in der Gemeinschaft zu k\u00fcmmern. \u201eWir haben andere Eltern als in Frankfurt, wo sie die Kinder meist nur zur t\u00e4glichen Beaufsichtigung abgeben\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Corona hat auch das Leben der J\u00fcngsten auf den Kopf gestellt. Im Kindergarten Kirch-G\u00f6ns hatten die Erzieher viel Erkl\u00e4r-Arbeit zu leisten, \u00c4ngste zu nehmen. Isolation und Langeweile sollten vorgebeugt werden. Die Pandemie scheint aber nicht spurlos an den Kindergarten-Kindern vorbeigegangen zu sein. Als sich die T\u00fcr \u00f6ffnet, rennen dicht gedr\u00e4ngt Dutzende Kinder umher. 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