{"id":17354,"date":"2004-11-05T11:45:00","date_gmt":"2004-11-05T11:45:00","guid":{"rendered":"https:\/\/875jahrekirchgoens.de\/?p=17354"},"modified":"2025-11-17T11:46:12","modified_gmt":"2025-11-17T11:46:12","slug":"kirch-goenser-gesangverein-war-drei-tage-lang-in-den-neuen-bundeslaendern","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/875jahrekirchgoens.de\/?p=17354","title":{"rendered":"Kirch-G\u00f6nser Gesangverein war drei Tage lang in den neuen Bundesl\u00e4ndern"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Vom Kaiser-Wilhelm-Denkmal \u00fcber das Geiseltal bis zur Wartburg<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Drei Tage unterwegs auf gro\u00dfer Fahrt war der Gesangverein 1862 Kirch-G\u00f6ns in den neuen Bundel\u00e4ndern. Ziel der ersten Etappe war das Kyffh\u00e4usergebirge bei Bad Frankenhausen. \u00dcber Eisenach und Bad Langensalza gelangte die Reisegruppe nach Sonderhause, um von dort aus das \u201eKaiser-Wilhelm-Denkmal\u201c anzusteuern. Dieses weithin sichtbare Monumentalwerk wurde in den Jahren 1891 bis 1896 nach den Pl\u00e4nen des Architekten Bruno Schmitz erbaut. Da gutes Wetter und freie Sicht herrschten, genossen die Kirch-G\u00f6nser S\u00e4ngerinnen und S\u00e4nger den Blick auf das fruchtbare Unstruttal, auch \u201eGoldene Au\u201c genannt, und die H\u00fcgelz\u00fcge ringsum. N\u00e4chstes Ziel war das Panoramabild von Prof. Werner T\u00fcbke nahe der Stadt Frankenhausen. Das in einem Rundbau in 13 Jahren geschaffene 1300 Quadratmeter gro\u00dfe Bild erinnert an die letzte Schlacht und den Untergang der aufst\u00e4ndischen Bauern unter der F\u00fchrung von Thomas M\u00fcnzer, die im Mai 1525 unweit Frankenhausen von f\u00fcrstlichen Soldaten niedergemetzelt wurden. Das gr\u00f6\u00dfte Bild der Welt zeigt nahezu 3000 Figuren aus jener Epoche. Sachkundiger Erl\u00e4uterer der T\u00fcbkeschen Darstellungen war Pfarrer i. R. Gottfried Braasch, der Bruder des Kirch-G\u00f6nser Vereinsvorsitzenden Peter Braasch, und profunder Kenner der Geschichte des Bauernkrieges und Thomas M\u00fcnzers. \u00dcbernachtet wurde in Wolmirstedt. An das ritterliche Abendessen schloss sich ein Diavortrag mit Weinverkostung an. Ein pensionierter Schulmeister stellte Land und Leute des Unstruttals vor. Es gab auch Erl\u00e4uterungen zum n\u00f6rdlichsten-deutschen Weinbaugebiet, dem Saale-Unstrut-Triasland. Dort wird seit \u00fcber 1000 Jahren Wein angebaut, im 15. und 16. Jahrhundert sogar auf \u00fcber 6000 Hektar. Heute seien es rund 600 Hektar Rebenh\u00fcgel, auf denen vor allem ein guter trockener Wei\u00dfwein gedeiht. N\u00e4chstes Reiseziel war die Rotk\u00e4ppchen-Kelterei in der Sektstadt Freyburg im Unstruttal. Dort erfuhr man viel \u00fcber die Herstellung des ber\u00fchmtesten Getr\u00e4nkes Mitteldeutschlands \u201eRotk\u00e4ppchen\u201c, inzwischen die gr\u00f6\u00dfte deutsche Sektmarke verdankte seinen Namen nicht den M\u00e4rchen der Gebr\u00fcder Grimm, sondern der markanten roten Kappe auf dem Flaschenhals. In einem Alten Weinkeller wurde der k\u00f6stliche Sekt zusammen mit einigen urw\u00fcchsigen Trinkspr\u00fcchen kredenzt und verkostet. Weiter ging es in das nahegelegene M\u00fccheln im Geiseltal. Die einstmals 16 000 Einwohner z\u00e4hlende Industriestadt schrumpfte binnen weniger Jahre auf unter 7000 Menschen. Dies lag am Braunkohleabbau der DDR, die in den sechziger und siebziger Jahren mehr als 10 000 Menschen umsiedelte und zahlreiche H\u00e4user dem Erdboden gleich machte, darunter auch das Elternhaus des 1. Vorsitzenden. Wehm\u00fctig blickte Peter Braasch auf ein breites, fast 100 Meter tiefes Erdloch. Dieser riesige Trichter wir seit vorigem Jahre mit Wasser aus der Saale geflutet. In absehbarer zeit soll hier ein rund 1900 Hektar gro\u00dfer Freizeitsee entstehen. Das Geiseltal selbst erstreckt sich auf 15 Kilometer L\u00e4nge von M\u00fccheln bis Merseburg. Es ist die einzige Braunkohlest\u00e4tte Mitteldeutschlands, von der eine Vielzahl bedeutender Fossilienfunde \u00fcberliefert ist. Als bedeutendster Fund gilt das vollst\u00e4ndig erhaltene Skelett eines Equiden (Vorl\u00e4ufer des Pferdes), das im Geiseltalmuseum von Halle\/Salle zu sehen ist. Das Geiseltal hat die gleiche erdgeschichtliche Bedeutung wie die \u00d6lschiefergrube Messel bei Darmstadt. Das ganze Gebiet war w\u00e4hrend der Braunkohleabbauzeit eine der schmutzigsten Gegenden Mitteldeutschlands und ganz Europa. Diese Umweltkatastrophe endete erst, als die Wende kam. Wie die Reisenden erfuhren, war das Geiseltal im 2. Weltkrieg die am st\u00e4rksten bombardierte l\u00e4ndliche Gegend in Deutschland. Ganze Ortschaften wurden ausgel\u00f6scht. Am Quellort der Geisel im Stadtteil St. Michael nahmen die Kirch-G\u00f6nser das Mittagsmahl ein. Sie fuhren nach Miehe. Dort steht die weltgr\u00f6\u00dftes Modellbahnanlage mit insgesamt 27 Km Gleisl\u00e4nge auf 1200 Quadratmeter Fl\u00e4che mit Miniaturlandschaften, Siedlungen, Tunnels, Br\u00fccken und Bahnh\u00f6fen. Den letzten Abend der Reise verbrachte man im Hotel. Nach dem Abendessen ging es zum Kegeln. Hier lie\u00df es sich die mit 91 Jahren \u00e4lteste Mitreisende nicht nehmen, eigenh\u00e4ndig die Kugel zu schieben. Am anderen Morgen ging es wieder Richtung Kirch-G\u00f6ns. Einen kurzen Zwischenstopp in Wiehe, der Geburtsstadt Heinrich Rankes, nahmen die S\u00e4ngerinnen und S\u00e4nger zum Anlass, dem Ranke-Museum einen Besuch abzustatten. Von Ramke stammten die Advents- und Weihnachtslieder \u201eTochter Zion\u201c und \u201eHerbei, oh ihr Gl\u00e4ubigen\u201c, die auch der Kirch-G\u00f6nser Chor im Repertoire hat. Auch in Wiehe war es Pfarrer i. R. Gottfried Braasch, der Vorsitzende des Rankevereins Wiehe, der den G\u00e4sten aus der Historie der Rankefamilie erz\u00e4hlte. Bald ging es weiter, denn auf die Ausfl\u00fcgler wartete noch die Besichtigung der Wartburg. Nicht ganz zuf\u00e4llig wurden sie in Eisenach von einem weiteren Spro\u00df der Braasch-Familie begr\u00fc\u00dft. Diesmal erwies sich eine junge Dame als kompetente Erz\u00e4hlerin bei dem Gang durch die sagenhafte und geschichtstr\u00e4chtige Burg. Danach n\u00e4herte sich die Fahrt ihrem Ende. Der 2. Vereinsvorsitzende Rudi Weber dankte Gerd Dern f\u00fcr den sicheren Transport und dem 1. Vorsitzenden f\u00fcr die musterg\u00fcltige Planung, vorbildliche Organisation und erbauende Leitung der Fahrt. Gem\u00fctlicher Ausklang war dann noch in der Kirch-G\u00f6nser Gastst\u00e4tte \u201eJunkersberg\u201c.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"670\" src=\"https:\/\/875jahrekirchgoens.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/grafik-196-1024x670.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-17355\" srcset=\"http:\/\/875jahrekirchgoens.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/grafik-196-1024x670.png 1024w, http:\/\/875jahrekirchgoens.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/grafik-196-300x196.png 300w, http:\/\/875jahrekirchgoens.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/grafik-196-768x502.png 768w, http:\/\/875jahrekirchgoens.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/grafik-196.png 1365w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Einen Mehrtagesausflug in den neuen Bundesl\u00e4ndern unternahmen die Aktiven des Gesangverein Kirch-G\u00f6ns.<\/p>\n\n\n\n<p>Quelle und Bild: Butzbacher Zeitung vom 5. November 2004<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vom Kaiser-Wilhelm-Denkmal \u00fcber das Geiseltal bis zur Wartburg Drei Tage unterwegs auf gro\u00dfer Fahrt war der Gesangverein 1862 Kirch-G\u00f6ns in den neuen Bundel\u00e4ndern. Ziel der ersten Etappe war das Kyffh\u00e4usergebirge bei Bad Frankenhausen. \u00dcber Eisenach und Bad Langensalza gelangte die Reisegruppe nach Sonderhause, um von dort aus das \u201eKaiser-Wilhelm-Denkmal\u201c anzusteuern. 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