{"id":17563,"date":"2008-09-02T16:50:00","date_gmt":"2008-09-02T16:50:00","guid":{"rendered":"https:\/\/875jahrekirchgoens.de\/?p=17563"},"modified":"2025-11-21T16:51:24","modified_gmt":"2025-11-21T16:51:24","slug":"24-backhausfest-in-kirch-goens-war-wieder-ein-publikumsmagnet","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/875jahrekirchgoens.de\/?p=17563","title":{"rendered":"24. Backhausfest in Kirch-G\u00f6ns war wieder ein Publikumsmagnet"},"content":{"rendered":"\n<p>Einmal mehr eine Werbung f\u00fcr d\u00f6rfliches Brauchtum, f\u00fcr Tanz und Gesang, f\u00fcr die mittelhessiche Sprache und Kultur sowie das Lebensgef\u00fchl einer ganzen Region war das 24. Backhausfest. Es wurde am Sonntagnachmittag vom Kirch-G\u00f6nser Heimat- und Backhausverein, der keine Kosten und M\u00fchen gescheut hatte, sein treues Publikum mit einem B\u00fchnenprogramm von 14 bis 19 Uhr zu unterhalten. Gefeiert wurde unter der jahrhundertealte m\u00e4chtigen Dorflinde in der Kirchgasse zwischen dem historischen Backhaus und dem B\u00fcrgerhaus, und wiederum kam aus Kirch-G\u00f6ns, Pohl-G\u00f6ns und den umliegenden Gemeinden zahlreiche Besucher jeden Alters, um sich das sp\u00e4tsommerliche Ereignis nicht entgehen zu lassen. Auch B\u00fcrgermeister Michael Merle lie\u00df sich am Vormittag sehen, trotz eines dich gedr\u00e4ngten Terminkalenders. Seinen Anfang nahm das Backhausfest um 11 Uhr mit einem feierlichen Gottedienst. F\u00fcr William Thum, den Evangelischen Ortspfarrer von Kirch-G\u00f6ns und Pohl-G\u00f6ns, war Pr\u00e4dikantin Renate Euler (Hoch-Weisel) eingesprungen, um das geistliche Wort aus der Bibel der Gemeinde zu verk\u00fcnden. Sie erhielt liturgische Unterst\u00fctzung durch drei Kirch-G\u00f6nser Trachtenfrauen: Leni Braasch, Sabine Ilge und Gisela Eckhard. Nach der zweist\u00fcndigen Mittagspause, kurz nach 14 Uhr, als die ersten bereits ihren \u201eKaffeedurst\u201c stillten und den beliebten Kirch-G\u00f6nser Hefekuchen aus dem Bachkaus vertilgten (80 Bleche voll mit Zwetschen, Butterlochs- und Riwwelkuchen hatten flei\u00dfige Helfer am Samstag auf hei\u00dfen Schamottesteinen gebacken), unterhielt der Vereinsnachwuchs auf der Tanzboden-B\u00fchne mitten auf der Hauptstra\u00dfe mit zahlreichen Darbietungen. Simone Reinl, die Leiterin und frisch gebackene Mutter, k\u00fcndigte die T\u00e4nze an und erz\u00e4hlte ein wenig von der Kinder- und Jugendgruppe. Beispielsweise erw\u00e4hnte sie, dass man diesmal nicht ganz komplett sei. Denn ihre Vertreterin Monika Maiwald sei mit einigen Mitgliedern der Jugendgruppe zum Landeskindertrachtentreffen nach Langenselbold, der Hessentagsstadt 2009, gereist, um dort aufzutreten und im Festzug mitzumarschieren. Da sei die gerne eingesprungen als Moderatorin und auch als Mitt\u00e4nzerin in der Gruppe, etwa beim temperamentvollen \u201eCotton Eye Joe\u201c. Der flotte Tanz erfreute nicht nur Vereinschef G\u00fcnter Weber, der mit Fug und Recht \u201estolz\u201c war auf die jungen M\u00e4dchen in der f\u00fcr diese Alterstufe gr\u00fcn beb\u00e4nderten Tracht des H\u00fcttenberger Landes. Unter der Dorflinde versammelt hatte sich das Duo \u201eSp\u00e4tz\u00fcnder\u201c aus Atzbach. Annemarie und Mechthild stellte sich als temperamentvolle Weibsbilder vor, die (\u201eMier soi halt suh, w\u00e4i mer soi\u201c) zwar nicht mehr 20 Jahre jung aber immer noch voller Power waren und vom Leben auf dem Land sangen, etwa vom \u201eHinkel Gerda\u201c, dem sch\u00f6nsten Federvieh aus dem Hinkestall, das dem stolzen Hahn Heinrich gro\u00dfe Augen machte und b\u00f6s den Kopf verdrehte. Da konnte Heinrich in seiner Nut nur noch rufen \u201eRou ess!\u201cEin Lied der beiden wurden den \u201eM\u00e4nnern Mannleur, Kerlebosch\u201c gewidmet. Erz\u00e4hlt wurde au\u00dferdem die Geschichte vom 80-j\u00e4hrigen \u201eOmmache\u201c, das nach Gie\u00dfen mit dem Bus f\u00e4hrt, um \u00fcber den Seltersweg zu stronzen. Im Dachcaf\u00e9 einzukehren und sich im Buns an ihren Fressalien zu st\u00e4rken. Das der Tag manchal nicht genug Stunden hat, kam im GEdicht \u201eZeit f\u00fcr mich\u201c zum Ausdruck. G\u00fcnter Weber lobte das Duo \u201eSp\u00e4tz\u00fcnder\u201c (dass seine CDs mitgebracht und den Ebergsg\u00f6nser Mundartpoeten Friedhelm Siering im Publikum entdeckt hatten) als \u201eechte Newcomer\u201c. Er w\u00fcnschte den beiden S\u00e4ngerinnen auch weiterin viel Erfolg in Kirch-G\u00f6ns seien sie immer herzlich willkommen. Aus Kr\u00f6ffelbach, einem Ortsteil von Waldsolms s\u00fcdlich Lahn-Dill-Kreis, war die Volkstanzgruppe gekommen, um Trachtent\u00e4nze vorzustellen. Die \u201eKr\u00f6ffelbacher\u201c Tracht, lange nicht so pr\u00e4chtig und stattlich wir ihr H\u00fcttenberger Gegenst\u00fcck aus reichen Bauersfamilien und in der L\u00e4nge ein Gegenst\u00fcck zwischen den relativ kurzen Tracht der D\u00f6rfer und der langen st\u00e4dtischen Kleidung aus den St\u00e4dten Wetzlar und Gie\u00dfen, war dennoch sch\u00f6n anzusehen und sehr schmuck. Gezeigt wurden T\u00e4nze im Ablauf des l\u00e4ndlichen Jahres, das sich fr\u00fcher ganz an den christlichen Feiertagen, an Hochzeiten und Taufen, am b\u00e4uerlichen Jahr und an der Kirmes im Herbst orientierte. \u201eIch g\u00e4wwe Dir en Batsch\u201c sangen und tanzten die Kr\u00f6ffelbacher Paare und verabschiedeten sich wie eiland die Hebamme nach der gl\u00fccklichen Niederkunft von der W\u00f6chnerin \u201eBis wirrer muhl, s\u00e4id die Kennfraa!\u201c. Wer die Kr\u00f6ffelbacher T\u00e4nzer noch einmal erleben will, hat dazu n\u00e4chsten Sonntag in Griedelbach Gelegenheit anl\u00e4sslich des 750-j\u00e4hrigen Dorfjubil\u00e4ums. Oberhalb des Backhauses, dort wor die Kirchgasse sich l\u00e4ngst verj\u00fcngt hat, stand linkerhand die Hofreite von Alma Hanack sperrangelweit offen. Die m\u00e4chtigen Hoftore von \u201eMechels\u201c (so der Hausname waren zur\u00fcckgeklappt und gaben den Blick frei auf eine kleine Ausstellung. Frisch gewaschene W\u00e4sche hing auf der Leine zum Trocknen, Tischw\u00e4sche, Bettw\u00e4sche, Leibw\u00e4sche, \u00dcbert\u00fccher, Handt\u00fccher, Hemden, Hosen und die ber\u00fchmten \u201eUnaussprechlichen\u201c wurden von den h\u00f6lzernen W\u00e4scheklammern gehalten. Trocken an der frischen Luft wurde gezeigt aus jenen Zeiten, in denen nicht in jedem Haushalt eine Waschmaschine, sondern andernfalls eine Zinkwanne mit Waschbrett und Kernseife stand. Und wie die ersten \u201eTrumms\u201c von Waschmaschinen aussahen, wurde auch pr\u00e4sentiert. Dann musste Moderator G\u00fcnter Weber einen kleinen Wermutstropfen vergie\u00dfen. Wegen der Erkrankung von Akteuren hatte die \u201eEgerl\u00e4nder Gmoi z. Gie\u00dfen\u201c kurzfristig eine Absage geschickt. So war der Weg freu f\u00fcr die Tanz- und Mundartgruppe \u201eDie Hoinker\u201c aus Werdorf bei A\u00dflar. Die Hoingker, so genannt, weil Werdorf von vielen Zwetschenb\u00e4umen umgeben ist, die bekanntlich den gesunden und aromatischen Brotaufstrich \u201eHoingk\u201c liefern. Die \u201eHoingker\u201c stellten ihre blau-grauen \u201eHoinkdeppe\u201c vor der B\u00fchne ab und bekannten \u201eMier komme vo de Dill und soi gern bei Ach\u201c, um sich dann bei Live-Musik vom Akkordeon bei den nachfolgenden T\u00e4nzen zu drehen, etwa bei \u201eSiehste net do kimmt er\u201c und beim \u201eSternentanz\u201c. Man liebe im Verein die Mundart, das Theater und auch den albernen Bl\u00f6dsinn, erz\u00e4hlte Friedel Rinker, der sich um die Gruppe k\u00fcmmert, die T\u00e4nze einstudiert und alles zusammenh\u00e4lt. Und vor dem \u201eHessentanz\u201c wurde das lustige Gedicht \u201eDes Pfarrers Katze\u201c aufgesagt, das mit den viel sagenden Worten beginnt: \u201eDer Pfarrer hielt die sch\u00f6nste Predigt, gar manche schliefen trotzdem ein \u2026\u201c. Den Abschluss des 24. Backhausfestes, das wieder einmal vom Wetter verw\u00f6hnt wurde, bildete ein zweist\u00fcndiger Auftritt der Kirch-G\u00f6nser Musikanten. Es spielte auch der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr, der Fanfarenzug und der Musikzug.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"817\" src=\"https:\/\/875jahrekirchgoens.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/grafik-244.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-17564\" srcset=\"http:\/\/875jahrekirchgoens.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/grafik-244.png 1024w, http:\/\/875jahrekirchgoens.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/grafik-244-300x239.png 300w, http:\/\/875jahrekirchgoens.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/grafik-244-768x613.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Ein Besuchermagnet war am Sonntag wieder das Backhausfest in Kirch-G\u00f6ns. Viel Applaus ernteten bei den zahlreichen Zuschauern (o. r.) die vielf\u00e4ltigen Darbietungen, wie z. B. der Tanz der Kindertanzgruppe des Heimat- und Backhausvereins Kirch-G\u00f6ns (o. l.), das Gesangsduo \u201eSp\u00e4tz\u00fcnder\u201c (u. l.) und der Spielmannszug Kirch-G\u00f6ns (u. r.). <\/p>\n\n\n\n<p>Quelle und Bilder: Butzbacher Zeitung vom 2. September 2008<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einmal mehr eine Werbung f\u00fcr d\u00f6rfliches Brauchtum, f\u00fcr Tanz und Gesang, f\u00fcr die mittelhessiche Sprache und Kultur sowie das Lebensgef\u00fchl einer ganzen Region war das 24. Backhausfest. Es wurde am Sonntagnachmittag vom Kirch-G\u00f6nser Heimat- und Backhausverein, der keine Kosten und M\u00fchen gescheut hatte, sein treues Publikum mit einem B\u00fchnenprogramm von 14 bis 19 Uhr zu &#8230; <a title=\"24. 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