{"id":17970,"date":"2004-09-06T11:22:00","date_gmt":"2004-09-06T11:22:00","guid":{"rendered":"https:\/\/875jahrekirchgoens.de\/?p=17970"},"modified":"2025-11-27T11:23:49","modified_gmt":"2025-11-27T11:23:49","slug":"kaiserwetter-beim-20-backhausfest","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/875jahrekirchgoens.de\/?p=17970","title":{"rendered":"Kaiserwetter beim 20. Backhausfest"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Gro\u00dfe Resonanz fand auch der Mundartgottesdienst \/ Viel Musik und Volkst\u00e4nze<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Zum 20. Jubil\u00e4um des Kirch-G\u00f6nser Backhausfestes herrschte gestern den ganz Tag lang \u201eKaiserwetter\u201c mit blank geputztem blauem Himmel, keinen W\u00f6lkchen am Firmament und folglich einem der besten Sonnenscheintage dieses zu Ende gehenden Sommers. Da strahlten die Mienen der Verantwortlichen des veranstaltenden Backhausvereins, der auch diesmal wieder keine Kosten und M\u00fchen gescheut hatte, das in ganzen Familienverb\u00e4nden erschienene Publikum auf das Beste zu unterhalten mit d\u00f6rflicher Musik und Tanz sowie hausgemachten Spezialit\u00e4ten aus dem Dorfbackhaus zu verw\u00f6hnen, jenem Geb\u00e4ude, dem fr\u00fcher neben Kirche und Schule aus guten Gr\u00fcnden die h\u00f6chste Bedeutung im Ort zugemessen wurde. 96 Helferinnen und Helber hatte der Heimat- und Backhausverein aus den eigenen Reihen und mit Unterst\u00fctzung von Kleintierzuchtverein, Musikzug, Turnverein und Freiwillige Feuerwehr aufgeboten, um den Besucherscharen nur das Beste anzubieten. Ein gro\u00dfer bunt geschm\u00fcckter Tanzboden auf der abgesperrten Hauptstra\u00dfe stand f\u00fcr das mehrst\u00e4ndige, vom Vorstand zusammengestellten Programm bereit. Den Anfang machte um 11 Uhr ein gut besuchter Mundartgottesdienst mit Pfarrer William Thum, den sich auch B\u00fcrgermeister Oswin Veith nicht entgehen lie\u00df. Das Publikum sa\u00df im Schatten der alten Dorflinde, w\u00e4hrend der gut aufgelegte Vereinsvorsitzende G\u00fcnter Weber in Kirch-G\u00f6nser Ortsmundart die Anwesenden willkommen hie\u00df, ein Gedicht des mittelhessischen Heimatpoeten Emil Winter (Heuchelheim) zitierte und den Mundartgottesdienst \u201eoff Plattt\u201c angek\u00fcndigte. Schriftlesung und Liturgie wurde so gesprochen, wie in Kirch-G\u00f6ns den meisten Menschen der Schnabel gewachsen ist. Pfarrer Thum verk\u00fcndete als geborener \u201eBernemer Bub\u201c erstmals an einem Backhausfest das Wort Gottes in der alten Bauernsprache. Wenn G\u00fcnter Weber als in der Dialektsprache aufgewachsener Kirch-G\u00f6nser bekunde, er sei aufgeregt, vor Publikum l\u00e4ngere Passagen in seiner Muttersprache zu reden, was solle er denn da sagen, fragte Thum augenzwinkernd. Da kam in der Gemeinde Freude auf, als der Pfarrer und die drei Kirch-G\u00f6nserinnen Ilse Schepp, Leni Braasch und Martina Ilge als Trachtenfrauen in Kirch-G\u00f6nser Ortsmundart die F\u00fcrbittgebete sprachen und die Schriften lasen. Die Aktiven des Gesanvereins 1862 Kirch-G\u00f6ns stimmten begleitet durhc Kirchorganist Hans Ilge die Gesangbuchlieder an, deren Auswahl (unter anderem Paul Gerhardts \u201eGeh aus mein Herz\u201c) ganz auf den fr\u00f6hlichen Anlass des Backhausfestes abgestimmt waren. An den Gottesdienst schloss sich das Mittagessen mit Spezialit\u00e4ten aus dem Backhaus und vom Grill an. Angesichts der Hitze des Tages war unter den Getr\u00e4nken Mineralwasser sehr begehrt und ab 14 Uhr frisch gebr\u00fchter Kaffee. Denn nach dem offiziellen Beginn lief nicht nur das Programm auf der B\u00fchne ab, sondern \u00f6ffnete auch die Kuchentheke im B\u00fcrgerhaus. Dort gab es frisch vom Bleck die beliebten Kirch-G\u00f6nser Backhaushefekuchen: entweder mit goldgelb gebackenen Streuseln belegt, mit \u201eButterl\u00f6chern\u201c \u00fcbers\u00e4t oder zentimeterhoch mit Zwetschen und Guss drapiert. Die allerj\u00fcngsten T\u00e4nzerinnen und T\u00e4nzer des Vereins er\u00f6ffneten nach der Begr\u00fc\u00dfung durch G\u00fcnter Weber das Programm mit dem \u201eRobinson\u201c-Tanz als Premiere. Der Nachwuchs, bei dem sich einige der Kinder erst kurz vor den Sommerferien eingefunden haben, zeigte kaum Lampenfieber und legte in den neuen orangenfarbenen T-Shirts (auch die ersten kleinen Trachtentr\u00e4gerinnen wirkten mit) einen tollen Auftritt auf die B\u00fchne. Da freute sich insbesondere die Leiterin Simone Eckhard. Denn sie hatte mit den Jungen und M\u00e4dchen eifrig geprobt. \u201eDurch die Tore\u201c und \u201eZwei Eimer Wasser pumpen\u201c hie\u00dfen die beiden n\u00e4chsten Auftritte, ehe die \u201egro\u00dfe\u201c Jugendtanzgruppe nahte, deren gr\u00fcne M\u00e4dchentrachten auf viel Beifall stie\u00dfen. Diese Nachwuchsgruppe besteht seit 1994 und wird von Anfang an von der Gr\u00fcnderin Simone Eckhard geleitet. Getanzt wurden der \u201eWatzenborner\u201c, der \u201eSchwarzerdler\u201c, die \u201eSternpolka\u201c und die \u201eHolsteiner Dreitour\u201c. Simone Eckhard machte ihre Ansagen und G\u00fcnter Weber schritt zur Ehrung. Vier Mitglieder seien seit 10 Jahren dabei und mittlerweile so etwas wie das Herzst\u00fcck der jungen Truppe: Lisa Bunfill, Janina Schmidt, Marion Dietrich und Patrick Wolf erhielten eine besondere Auszeichnung, ebenso Simone Eckhard f\u00fcr die gute langj\u00e4hrige Betreuung. Mit \u201eCotton-Eye-Jo\u201c endete die Vorstellung. Dann war die Westerw\u00e4lder Volkstanzgruppe Waldbrunn-Hausen an der Reihe. Diese Volkstanzgruppe besteht aus zehn Damen. Sie stellten in ihren typischen Trachten (schwarze B\u00e4nder im Haar, bestickte schwarze Schultert\u00fccher, wei\u00dfe und blaue Sch\u00fcrzen, lange Kattun-R\u00f6cke) T\u00e4nze und Mundart, Gedichte und Anekdoten aus dem Westerwald vor. Dabei erfuhr man viele Einzelheiten \u00fcber das Brauchtum, das Wetter, die Gepflogenheiten, das Essen und den Humor der \u201eW\u00e4ller\u201c, wie sich die Westerw\u00e4lder nennen, seitdem ihr Heimatdichter Adolf Wei\u00df den Ruf \u201eHoi, W\u00e4ller! Allemohl!\u201c gepr\u00e4gt hat. Interessant zu h\u00f6ren war auch die Hausener Mundart, die bereits Einfl\u00fcsse aus dem Rheinischen, dem Sieger- und Sauerl\u00e4ndischen hat. G\u00fcnter Weber \u00fcberreichte zum Dank den Damen ein Gastgeschenk, und die nahmen daf\u00fcr den Kirch-G\u00f6nsern das Versprechen ab, demn\u00e4chst den Hausenerinnen einen Gegenbesuch abzustatten. Anschlie\u00dfend hatte sich der ehemalige Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Kirch-G\u00f6ns angesagt. Die Herren im besten Alter werden von Christine Lembke dirigiert und besitzen eine erstaunlich hohe Qualit\u00e4t, obwohl man sich zu \u00dcbungszwecken nur alle vier Wochen einmal trifft. Aber gelernt ist halt gelernt. Auf dem Spielmannszug, der mit gro\u00dfem Beifall verabschiedet wurde, folgte der Auftritt der Volkstanz- und Trachtengruppe Gr\u00fcningen mit T\u00e4nzen und H\u00fcttenberger Mundart. Auch die \u201eGroininger\u201c wurden mit viel Applaus bedacht. Wie \u00fcblich gab es anschlie\u00dfend ein Platzkonzert mit beliebten Melodien. Diese Mal hatte sich der Musikverein 1963 Allendorf\/Lahn eingefunden, um mit Blasmusik aus B\u00f6hmen (\u201eRosamunde\u201c) die Herzen der Besucher h\u00f6her schlagen zu lassen. Den Schlusspunkt setzte um 19.30 Uhr der Auftritt der Tanzgruppe \u201ePee Gees\u201c aus Pohl-G\u00f6ns mit modernen Einstudierungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Den ganzen Tag ge\u00f6ffnet war im 1. Stock des B\u00fcrgerhauses die Ausstellung \u201eAus K\u00fcche und Kammer\u201c. Vorgestellt werden aus der umfangreichen Privatsammlung des Kirch-G\u00f6nsers Dieter Pfeiffer Beh\u00e4ltnisse und Ger\u00e4tschaften, Gl\u00e4ser, Menagen, Dosen und<\/p>\n\n\n\n<p>B\u00fcchsen f\u00fcr Gew\u00fcrze, Kaffee, Reis, Mehl, Zucker, Graupen und vieles mehr. Es fehlen auch andere Utensilien nicht, die in fr\u00fcheren Zeiten die K\u00fcchen, Vorratskammern, Zimmer, Stuben und Gem\u00e4cher im Bauerhaus zierten. Es gab ganze Anrichten zu sehen mit L\u00f6ffeln, Messern, Gabeln aller Gr\u00f6\u00dfen, Gurkenhobeln, Bohnenschnipplern, Fleischw\u00f6lfen, T\u00f6pfen, Seihen und Tellern aus irdenem Gut oder Metall und Holz. So manche Kostbarkeit war da zu entdecken, etwa die alten Porzellanmenagerien aus Mei\u00dfner und Th\u00fcringer Keramik, die in Urgro\u00dfmutters K\u00fcche ihren Platz hatten und nun, als Sammelobjekte hoch begehrt sind, \u00e4hnlich wie die Zeppelin-Menagen, deren stolzer Besitzer Dieter Pfeiffer (\u201eEs gibt sie noch, die guten alten Dinge!\u201c) geworden ist. Auf Beachtung stie\u00df auch die alte vierbeinige Miele-Waschmaschine aus den f\u00fcnfziger Jahren, die Alma Hanack zur Verf\u00fcgung gestellt hatte und im B\u00fcrgerhaus-Foyer aufgestellt worden war.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"359\" src=\"https:\/\/875jahrekirchgoens.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/grafik-341.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-17971\" srcset=\"http:\/\/875jahrekirchgoens.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/grafik-341.png 1024w, http:\/\/875jahrekirchgoens.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/grafik-341-300x105.png 300w, http:\/\/875jahrekirchgoens.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/grafik-341-768x269.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Mit einem Mundartengottesdienst begann am Sonntag das wieder bestens besuchtes 20. Kirch-G\u00f6nser Backhausfest.<\/p>\n\n\n\n<p>Quelle und Bilder: Butzbacher Zeitung vom 6. September 2004<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gro\u00dfe Resonanz fand auch der Mundartgottesdienst \/ Viel Musik und Volkst\u00e4nze Zum 20. Jubil\u00e4um des Kirch-G\u00f6nser Backhausfestes herrschte gestern den ganz Tag lang \u201eKaiserwetter\u201c mit blank geputztem blauem Himmel, keinen W\u00f6lkchen am Firmament und folglich einem der besten Sonnenscheintage dieses zu Ende gehenden Sommers. Da strahlten die Mienen der Verantwortlichen des veranstaltenden Backhausvereins, der auch &#8230; <a title=\"Kaiserwetter beim 20. Backhausfest\" class=\"read-more\" href=\"http:\/\/875jahrekirchgoens.de\/?p=17970\" aria-label=\"Mehr Informationen \u00fcber Kaiserwetter beim 20. 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