{"id":16178,"date":"1966-01-30T10:34:00","date_gmt":"1966-01-30T10:34:00","guid":{"rendered":"http:\/\/875jahrekirchgoens.de\/?p=16178"},"modified":"2025-01-14T10:37:04","modified_gmt":"2025-01-14T10:37:04","slug":"das-gibts-nur-auf-der-reeperbahn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/875jahrekirchgoens.de\/?p=16178","title":{"rendered":"\u2026 das gibt\u00b4s nur auf der Reeperbahn"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Kirch-G\u00f6nser Spielleute auf gro\u00dfer Fahrt<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Es war um 6 Uhr morgens am Samstag, 16. Juli, als sich der Bus mit dem durch viele Auftritte weithin bekannten Spielmanns- und Fanfarenzug der Freiwilligen Feuerwehr Kirch-G\u00f6ns zu einer viert\u00e4tigen Fahrt nach Deutschland in Bewegung setzte. Das erste Ziel f\u00fcr zwei Tage war Rosche, ein kleines Dorf in der L\u00fcneburger Heide. Man wollte dort die im vorigen Jahr anl\u00e4sslich des Musikfestes in Kirch-G\u00f6ns geschlossene Freundschaft mit dem Roscher Spielmannszug auffrischen und noch weiter vertiefen. Wir fuhren zun\u00e4chst auf der Autobahn Kassel \u2013 Hannover, verlie\u00dfen diese jedoch kurz hinter G\u00f6ttingen, wo wir eine kurze Rast eingelegt hatten, um dann \u00fcber Braunschweig und Salzgitter nach Wolfsburg zu gelangen. P\u00fcnktlich um 12 Uhr trafen wir dort ein und nahmen das Mittagessen zu uns. Bevor die Fahrt weiter in Richtung Zonengrenze ging, hatten wir noch Gelegenheit, uns ein Bild von der gigantischen Gr\u00f6\u00dfe des Volkswagenwerkes zu machen. Nach einer weiteren Stunde Fahrt hatten wir Zicherei, ein von der Demarkationslinie geteilte Dorf, erreicht. Ein Beamter des Zolls gab uns \u2013 leider bei str\u00f6menden Regen \u2013 einige Erkl\u00e4rungen zum dortigen Verlauf der Schandgrenze. Hier konnten wir uns an Ort und Stelle die ungl\u00fcckselige Teilung unseres Vaterlandes vor Augen f\u00fchren. Diese tritt hier besonders krass hervor, da man eine kulturell und verwandtschaftlich eng verbundene Gemeinde durch Minenfelder und Stacheldraht gewaltsam getrennt hat. W\u00e4hrend unseres kurzen Aufenthaltes wurden wir von Volkspolizisten hinter Sehschlitzen beobachtet. Nachdem wir noch eine Weile entlang der Zonengrenze und durch viele schmucke Backsteind\u00f6rfer der L\u00fcneburger Heide gefahren waren, zogen wir mit klingendem Spiel in unserem vorl\u00e4ufigen Ziel \u2013 Rosche \u2013 ein. Nach der Begr\u00fc\u00dfung und der Quartierverteilung traten wir am Abend mehrmals im Rahmen des Kommerses anl\u00e4sslich des Kreisfeuerwehrfests des Kreises Uelzen auf. Der Samstagabend fand in einem Fackelzug und dem Gro\u00dfen Zapfenstreich auf dem Dorfplatz sein Ende. Der Sonntag war f\u00fcr die Kirch-G\u00f6nser Spielleute ein harter Tag. Bereits am fr\u00fchen Morgen traten wir mehrmals bei den Wettk\u00e4mpfen der zahlreichen Feuerwehren auf. Sp\u00e4ter standen ein gro\u00dfes Platzkonzert mit dem Roscher Spielmannszug und der Festkappelle zusammen, sowie ein Festzug auf dem Programm. Ein gro\u00dfer Feuerwehrball beschloss den zweiten Tag unseres Aufenthaltes in Rosche. Leider hie\u00df es am Montagmorgen schon wieder Abschied nehmen. Dies fiel uns sehr schwer, angesichts der gro\u00dfen Gastfreundschaft unserer nieders\u00e4chsischen Freunde. Nach einem Abschiedsmarsch und einem herzlichen \u201eDankesch\u00f6n\u201c von Stabf\u00fchrer Willi Friedrich an die Kameraden aus Rosche, dem sich eine Einladung zu einem Gegenbesuch in Kirch-G\u00f6ns im n\u00e4chsten Jahr anschloss, ging die Fahrt weiter nach Hamburg. Dort unternahmen wir zun\u00e4chst eine gro\u00dfe Hafenrundfahrt, die uns Landratten die Ausma\u00dfe dieses Welthafens einmal zeigen sollte. Danach machten wir noch einen Abstecher entlang der Elbchaussee nach Blankenese und Schulau, um die bekannte Schiffsbegr\u00fc\u00dfungsanlage zu besuchen. Durch Hissen der Flagge und Abspielen der jeweiligen Nationalhymne wird jedes Schiff, das den Hamburger Hafen anl\u00e4uft, begr\u00fc\u00dft oder verabschiedet. Am Abend trafen wir uns gemeinsam nach einem Reeperbahnbummel in dem bekannten Stimmungslokal \u201eZillertal\u201c, wo uns zu unserem Erstaunen bereits einige Freunde aus Rosche erwarteten. Bei echt bayrischem urw\u00fcchsigem Humor konnte sich hier jeder nach Herzenslust am\u00fcsieren, bei Tanz und einem \u2013 oder auch mehreren \u2013 Humpen. Nach kurzer Nachtruhe hatte jeder den Dienstagmorgen zur freien Vergn\u00fcgung. Als man sich die unvermeidlichen Souvenirs beschafft hatte, traten wir um 13.30 Uhr die Heimfahrt an. Nach einer gut organisierten und sehr harmonisch verlaufenden Fahrt trafen wir gegen 21 Uhr wieder wohlbehalten in Kirch-G\u00f6ns ein, todm\u00fcde, aber um ein weiteres unvergessliches Erlebnis reicher.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Der Bericht wurde von Willi Kraefft geschrieben<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Butzbacher Zeitung vom 30.07.1966<\/p>\n\n\n\n<p>Bild: Archiv Spielmanns- und Fanfarenzug Kirch-G\u00f6ns<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"919\" height=\"568\" src=\"http:\/\/875jahrekirchgoens.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Reeperbahn.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-16174\" srcset=\"https:\/\/875jahrekirchgoens.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Reeperbahn.png 919w, https:\/\/875jahrekirchgoens.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Reeperbahn-300x185.png 300w, https:\/\/875jahrekirchgoens.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Reeperbahn-768x475.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 919px) 100vw, 919px\" \/><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kirch-G\u00f6nser Spielleute auf gro\u00dfer Fahrt Es war um 6 Uhr morgens am Samstag, 16. 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