Schauspieler von der Lindenstraße zum Tatort / Kirch-Gönser Altenpfleger Timo Nern bald im Kino
Einmal im Fernsehen eine Rolle spielen und vielleicht groß rauskommen. Davon träumen viele. Für Timo Nern aus Kirch-Göns scheint dieser Traum gerade in Erfüllung zu gehen. Schon als Kind war er ein großer Fan der Lindenstraße. Zu gern hätte er da mal mitgespielt. Und eines Tages war es so weit. Zusammen mit seinem Vater Jürgen bekam er seinen ersten Auftritt als Komparse. Seitdem hat er schon drei Mal in der Serie mitgespielt. Inzwischen hat er auch in einigen anderen Filmen mitgewirkt. Zum Beispiel im Tatort und in den Taunuskrimis von Nele Neuhaus. Im Oktober wird der Nachwuchsschauspieler dann in dem Kinofilm „Fixi“ zu sehen sein. Auch bei einem Werbevideo für eine Zigarettenmarke war er bereits dabei. Sein Hund Buster ein schokoladenbrauner Labrador, konnte zusammen mit seinem Herrchen bei „Ein Fall für zwei“ ebenfalls erste Fernseherfahrung sammeln. Offensichtlich erfüllt der Kirch-Gönser das Klischee des Bösewichts. „Meistens spiele ich einen Gangster oder Killer“, erzählt er lachend. Dabei ist der gelernte Altenpfleger ein durch und durch netter Kerl. Das finden auch seine „Schützlinge“, die er in seinem Vollzeitjob in der Pflegestation Graubert betreut und die, genauso wie sein Chef und die Kollegen, natürlich von seinem nebenberuflichen Einsätzen wissen. Er seit März 2016 ist der 36-jähriger Familienvater im Schauspielgeschäft. Der Kontakt zur Filmbranche ergab sich rein zufällig. Als Altenpfleger betreute er lange Zeit die Mutter und den Stiefvater des Schauspielers Bjarne Mädel („Der Tatortreiniger“, „Mord mit Aussicht“). So kamen die beiden Männer irgendwann ins Gespräch, und die Ereignisse nahmen ihren Lauf. Timo Nern wurde unter dem Künstlernamen Toni Pikarz in die ARD-Kartei aufgenommen und hat sich zwischenzeitlich bei verschiedenen Agenturen beworben. Den Künstlernamen hat er sich übrigens nicht selbst ausgedacht, sondern in seiner Jugend von Freunden als Spitznamen bekommen. Die Familie steht voll und ganz hinter ihm. Sohn Jason (8) findet seinen Papa cool. Seine Frau Nancy hat die „Bewerbungsfotos“ gemacht. Die Fotografin (Back & Forth) fotografiert hauptsächlich Konzerte und Events sowie Babys. Aber auch ihren Mann hat sie eindrucksvoll in Szene gesetzt. Viel hat Timo schon am Set erlebt. „Ich musste einmal – sozusagen als Hintergrund-Deko – einen Bauarbeiter spielen, der an der Imbissbude eine Wurst isst“ berichtete er. „Mindestens drei Mal musste ich eine ganze Bockwurst essen, bis die Szene im Kasten war. Danach war ich satt“, erinnerte er sich schmunzelnd. Eindruck hinterlassen hab bei ihm auch eine Szene, die im Preungesheimer Gefängnis gedreht wurde. „Ich hätte nicht gedacht, dass es im Knast so eng ist und die Zellen so klein sind“, fasst er das mulmige Gefühl zusammen. Sein neuestes internationales Projekt heißt „La Gran Promesa“ – ein Familiendrama, das in Frankfurt spielt. Timo/Toni spielt natürlich wieder einen Killer. Gerade frisch abgedreht wurde die Tatort-Folge „Es lebe der Tod“ mit Ulrich Tukur als LKA-Ermittler Felix Murot. Der Sendetermin steht noch nicht fest, aber Timo Nern wird ihn seinen Fans rechtzeitig auf seiner Facebook-Seite „Toni Pikarz official“ bekanntgegeben. In seiner Freizeit spielt der angehenden Schauspieler Tischtennis beim TV Kirch-Göns und hält sich mit Kraftsport fit. Der sympathische „Bösewicht“ hat ein großes Herz und engagiert sich ehrenamtlich für soziale Projekte. Einmal im Jahr spielt er mit beim Bärenherz-Cup, einem Benefiz-Fußballturnier. Im vergangenen Jahr wurden 3000 Euro erspielt, die dem Kinderhospiz Bärenherz in Wiesbaden zugutekamen. Der vierte Bärenherz-Cup findet am 10. September in Kuddewörde statt. Und natürlich ist Timo Nern wieder dabei.

Timo Nern ist Altenpfleger von Beruf. Nebenher ist er aber auch
schauspielerisch tätig, unter anderem als Killer.
Quelle und Bild: Butzbacher Zeitung vom 16. Februar 2016